Für Teams in der modellbasierten Entwicklung sind DO-178C und DO-331 mehr als nur Standards aus der Luftfahrt, die man kennen sollte. Sie beeinflussen, wie Modelle entwickelt, verifiziert, dokumentiert und im Rahmen eines zertifizierungsorientierten Software-Lebenszyklus eingesetzt werden.
Teams, die sicherheitskritische Software in der Automobilindustrie entwickeln, kennen sich in der Regel mit der ISO 26262 aus. Dabei handelt es sich um den internationalen Standard für die funktionale Sicherheit elektrischer und elektronischer Systeme in Straßenfahrzeugen. In diesem Umfeld gehören Anforderungen, Rückverfolgbarkeit, Verifikationsnachweise, Modellierungsrichtlinien und werkzeuggestützte Qualitätsprüfungen bereits zum Entwicklungsalltag. Bei einem Wechsel in die Softwareentwicklung für die Luftfahrt bleiben viele dieser Entwicklungsprinzipien relevant. Allerdings ändern sich die Anforderungen an die Qualitätssicherung. Die Entwicklung von Luftfahrtsoftware folgt anderen Vorgaben, bei denen die Absicherung der Software, Verifikationsnachweise und zertifizierungsrelevante Daten aus dem Entwicklungslebenszyklus eine größere Rolle spielen.
Daraus ergibt sich eine praktische Herausforderung: Teams, die modellbasiert entwickeln, verfügen möglicherweise bereits über etablierte Entwicklungsprozesse. Sie müssen jedoch verstehen, wie sich diese Prozesse in die luftfahrtspezifischen Anforderungen der DO-178C und DO-331 einordnen lassen.
In den folgenden Abschnitten wird erläutert, welche Bereiche diese Standards abdecken und wie sie mit den bekannten Konzepten der ISO 26262 zusammenhängen. Erfahren Sie, wie das Standards-Mapping dabei hilft, übergeordnete Ziele der Softwareabsicherung mit konkreten Aktivitäten der modellbasierten Entwicklung zu verknüpfen.